Windows-geheimnis: so checkst du pc-leistung ohne teure software

Windows verbirgt eine überraschende Leistungskontrolle: Wer seine Gaming-PCs oder Systeme mit anspruchsvollen Anwendungen wirklich unter die Lupe nehmen möchte, muss nicht zwangsläufig teure Benchmark-Tools wie Cinebench oder 3DMark installieren. Microsoft hat ein integriertes System zur Leistungsbewertung eingebaut, das überraschend einfach zu bedienen ist.

Die winsat-analyse: ein unterschätztes werkzeug

Die winsat-analyse: ein unterschätztes werkzeug

Die Windows System Assessment Tool (WinSAT) ist seit geraumer Zeit Teil des Betriebssystems, wurde aber oft übersehen. Sie dient dazu, die Leistung verschiedener Hardwarekomponenten – CPU, RAM, Grafikkarte, Speicher – zu bewerten. Im Grunde misst sie, wie gut Ihr PC aktuelle Windows-Anwendungen und Spiele bewältigen kann. Es ist eine Art 'Gesundheitscheck' für Ihr System, der weit mehr bietet, als viele Nutzer ahnen.

Die Geschichte dahinter ist komplex: Ursprünglich basierte WinSAT auf dem Windows Experience Index (WEI) aus Windows 8.1, der aber nach und nach aus den offiziellen Windows-Versionen entfernt wurde. Microsoft hat die Funktionalität jedoch nicht aufgegeben und sie in WinSAT integriert – allerdings in einer etwas verschleierteren Form. Die ursprüngliche grafische Oberfläche ist verschwunden, aber die Analyse selbst ist weiterhin vorhanden.

So geht’s: Öffnen Sie die Eingabeaufforderung (CMD) oder PowerShell als Administrator und geben Sie den Befehl ‘winsat formal’ ein. Der Prozess startet sofort und liefert in wenigen Minuten eine detaillierte Bewertung Ihrer Hardware. Beachten Sie, dass der PC während der Analyse kurzzeitig langsamer reagieren kann und möglicherweise zu Bildwacklern kommen kann – das ist normal und kein Zeichen für ein Problem.

Die Ergebnisse: Die Ausgabe befindet sich im Ordner ‘C:\Windows\Performance\WinSAT\DataStore’. Suchen Sie die Datei ‘Formal.Assessment (Recent).WinSAT.xml’ und öffnen Sie diese mit einem Browser. Sie erhalten eine Übersicht über die einzelnen Subsysteme (CPUsCore, MemoryCore, GraphicsCore, DiskCore) und die entsprechenden Punktzahlen. Der ‘SystemScore’ gibt einen Gesamtüberblick über die Leistung des gesamten Systems. Ein hoher Score ist natürlich besser – aber was bedeutet das konkret?

Nützliche Nebensächlichkeiten: Interessant ist, dass WinSAT auch aufzeigt, ob ein Hardware-Teil im System ein Engpass darstellt. Der ‘SystemScore’ gibt dabei die niedrigste Punktzahl aller Subsysteme aus. Wenn dieser Wert besonders niedrig ist, könnte ein Upgrade eines bestimmten Teils sinnvoll sein, um die Gesamtleistung zu verbessern.

Zusätzliche Tests: Für spezifische Komponenten können Sie auch die Befehle ‘winsat mem’, ‘winsat cpu’ oder ‘winsat disk’ verwenden, um gezielte Tests durchzuführen. Diese sind zwar nicht so umfassend wie die ‘winsat formal’ Analyse, bieten aber eine schnelle Möglichkeit, die Leistung einzelner Hardwarekomponenten zu überprüfen. Es ist ein verstecktes, aber unglaublich nützliches Werkzeug, das jeder Windows-Nutzer kennen sollte – und das ohne zusätzliche Software.