Microsofts dokumenten-monopol: libreoffice schießt alarm wegen digitaler souveränität

Die ewige Auseinandersetzung zwischen LibreOffice und Microsoft Office geht in die nächste Runde – und die Ausgangslage ist düster. Die The Document Foundation (TDF) prangert die proprietären Formate von Microsoft als eine gefährliche Einschränkung der digitalen Freiheit an.

Ein kampf um die kontrolle über daten

Ein kampf um die kontrolle über daten

Die TDF warnt eindringlich vor der Abhängigkeit, die Nutzer durch die Nutzung von DOCX, XLSX und PPTX eingehen. Diese Formate, die im Wesentlichen unter dem Namen OOXML von Microsoft agieren, sind kein offener Standard, sondern eine geschlossene Lösung, die von der Redmond-Gesellschaft vollständig gesteuert wird. Die Konsequenz: Nutzer werden in ein digitales Gefängnis gesperrt, in dem sie vollständig von Microsoft abhängig sind.

Es ist alarmierend, dass Microsoft die Spezifikationen dieser Formate jederzeit ändern kann – und dabei die Kompatibilität mit anderen Office-Programmen, wie beispielsweise LibreOffice, komplett außer Acht lässt. Die Folge sind frustrierende Inkompatibilitäten, bei denen Dokumente beim Öffnen in LibreOffice ihr Format, die Schriftarten oder die Ausrichtung verlieren.

Das ist keine bloße Unannehmlichkeit, sondern ein gezielter Versuch, den Markt zu kontrollieren und den Wettbewerb zu unterdrücken.

Für staatliche Stellen, Behörden und Anwaltskanzleien ist die langfristige Archivierung von Dokumenten von entscheidender Bedeutung. Die Abhängigkeit von einem von einer einzelnen Firma kontrollierten Format birgt hier ein immenses Risiko. Was passiert, wenn Microsoft den Support einstellt oder die Spezifikationen ändert? Die Daten sind dann verloren – und die digitale Souveränität steht auf dem Spiel.

Die TDF setzt auf das Open Document Format (ODF) als eine lebensfähige Alternative. ODF ist ein offener Standard, der von jedem Entwickler ohne Lizenzgebühren implementiert werden kann. Es ist ein Modell der Freiheit, das die Interoperabilität fördert und die langfristige Verfügbarkeit von Dokumenten gewährleistet.

Die wiederholten Appelle der TDF an europäische Regierungen, offene Formate in digitalen Prozessen zu bevorzugen, werden weiterhin ignoriert. Noch immer werden zahlreiche Organisationen weiterhin ausschließlich Dokumente im Microsoft Office Format verteilen – eine Praxis, die die digitale Abhängigkeit verstärkt und die digitale Souveränität gefährdet.

Die Entscheidung, welche Formate wir nutzen, ist eine Frage der Freiheit. Und die TDF ist entschlossen, diese Freiheit zu verteidigen – koste es, was es wolle.