Iran-krieg verschärft ölkrise: usa profitieren – saudi-arabien setzt auf rotsee-route
Die Eskalation des Konflikts zwischen Iran und den Nachbarstaaten hat eine neue Bedrohung für die weltweite Energieversorgung ausgelöst. Die Behinderung des Schifffahrtsverkehrs im Schah-Straße, einem vitalen globalen Öl- und Gas-Knotenpunkt, treibt die Preise in die Höhe. Die Auswirkungen sind weitreichend – von Europa bis Asien.
Die schah-straße im stillstand
Seit Beginn der militärischen Auseinandersetzung sind nahezu hundert Tanker und LNG-Schiffe täglich auf dem Weg durch die Schah-Straße, den wichtigsten globalen Öl- und Gas-Frachtweg, gestoppt. Die Ursachen sind vielfältig: Von der Absage von Versicherungen über die Angst vor iranischen Angriffen bis hin zu einer bewussten Blockade durch Reedereien. Die Folge: Der Schah-Straße ist die wichtigste Route für den Transport von Öl und Gas aus dem Persischen Golf.
Die Unterbrechung des Verkehrs hat bereits zu einem Rückgang der globalen Lieferungen von 20 bis 30 Prozent geführt. Die Preise für Brent-Öl sind innerhalb einer Woche um 16 Prozent auf über 84 Dollar gestiegen. Der europäische TTF-Gaspreis stieg innerhalb von vier Tagen um 61 Prozent auf 50 Euro pro MWh.

Usa und saudi-arabien profitieren
Während viele Länder in Europa und Asien mit steigenden Kosten kämpfen, profitieren die USA und Saudi-Arabien von der Krise. Die US-amerikanische Ölproduktion hat sich in den letzten Jahren zu einer bedeutenden Quelle entwickelt, sowohl für den heimischen Markt als auch für den Export. Die USA sind nicht nur einer der größten Produzenten, sondern auch ein wachsender Umschlagplatz für Öl und Gas. Saudi-Arabien hingegen hat seine Produktionskapazitäten strategisch so ausgerichtet, dass ein Großteil des Öls über den Roten Meer-Kanal transportiert wird, wodurch die Auswirkungen der Schah-Straße minimiert werden.
Saudi-Arabien verfügt über eine immense Produktionskapazität, die sich hauptsächlich auf den Golf konzentriert. Doch eine seit Jahren geplante Infrastruktur ermöglicht den Transport von Öl über den Roten Meer-Kanal, der weitgehend von der aktuellen Konfliktzone unberührt ist. Die Fähigkeit, die Produktion auch unter schwierigen Bedingungen aufrechtzuerhalten, ist ein entscheidender Vorteil.

Russland erhöht den druck
Die Spannungen werden zusätzlich durch die Drohung Russlands beladen, seine Gaslieferungen nach Europa zu reduzieren. Diese Maßnahme, die auf den Sanktionen und Restriktionen basiert, öffnet Russland gleichzeitig die Tür zu neuen Abnehmern. Diese Entwicklung verstärkt die Macht der beiden Länder im globalen Energiemarkt, die gemeinsam über 35 Prozent der weltweit exportierten Öl- und Gasvorkommen verfügen. Mit der rotsee-lastigen Infrastruktur Saudi-Arabiens könnte dieser Anteil sogar auf 50 Prozent steigen.
Die Situation zeigt eindrücklich, wie geopolitische Konflikte die globale Energieversorgung destabilisieren können. Die Abhängigkeit vieler Länder von bestimmten Lieferrouten und Produzenten wird durch die aktuelle Krise auf schmerzhafte Weise verdeutlicht. Die Notwendigkeit einer Diversifizierung der Energiequellen und -routen ist offensichtlich.
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