Indra sichert sich milliardenschweren auftrag für spanischen kampfpanzer – technologie-potenzial bleibt in spanien

Madrid – Der spanische Technologiekonzern Indra hat einen gigantischen Auftrag im Wert von über 4,5 Milliarden Euro von der südkoreanischen Firma Hanwha für die Entwicklung und Produktion eines neuen, selbstfahrenden Obus für das spanische Militär erhalten. Die Basis für das Projekt bildet die bewährte K-9 Plattform, die als eine der modernsten der Welt gilt. Ein bedeutender Schritt für die spanische Verteidigungsindustrie, der 500 direkte und über 1.500 indirekte Arbeitsplätze schaffen soll.

Spanien gewinnt technologische souveränität zurück

Der Auftrag beinhaltet die komplette Übertragung der Technologie, sodass das Endprodukt vollständig in Spanien entworfen, gefertigt, integriert, gewartet und weiterentwickelt werden kann. „Wir kaufen keine Fahrzeuge, sondern Technologie“, betonte Frank Torres, Chief Product Officer von Indra Group. Die bisherigen M109 Obusse, ebenfalls spanischer Herstellung, sollen bis 2033-2034 durch die neuen, vielseitigen Obusse ersetzt werden. Diese werden in vier Varianten angeboten: als reine Artillerieplattform, als Munitionslieferant, als Kommando- und Kontrollzentrum und als Bergungsfahrzeug.

Die Entscheidung für die Adaption der K-9 Plattform wurde als die reifste, sicherste und zuverlässigste Option erachtet. „Die K-9 ist die am besten erprobte Kettenartillerieplattform weltweit, mit aktiven Produktionslinien und im Einsatz in mehr als zehn Ländern, darunter auch wichtige NATO-Partner“, erklärte Ángel Escribano, Präsident von Indra. Die Partnerschaft mit Hanwha ermöglicht es Spanien, eine verloren gegangene technologische Kompetenz wiederzuerlangen und seine Verteidigungsstrategie zu stärken. Aniceto Rosique Nieto, Generaldirektor für Bewaffnung und Material (DIGAM) des spanischen Verteidigungsministeriums, bezeichnete den Deal als einen „glücklichen Tag“ für die spanische Verteidigung.

Die Produktion wird in zwei Phasen erfolgen. Zunächst wird Indra in Gijón die Basis, also die Fahrgestelle, fertigen. Die zweite Phase umfasst die Integration der Waffen und Systeme. Dafür plant Indra den Bau einer neuen Produktionsstätte in Spanien, die voraussichtlich 2027 in Betrieb gehen soll. Die anfängliche Investition von Indra beläuft sich auf 130 Millionen Euro. Zudem beinhaltet der Vertrag die Möglichkeit, das spanische Design mit Zustimmung Hanwhas an andere Länder zu exportieren.

Die Partnerschaft ist mehr als nur ein wirtschaftlicher Erfolg. Sie signalisiert einen bewussten Schritt zur Stärkung der nationalen Verteidigungsindustrie und zur Reduzierung der Abhängigkeit von ausländischen Technologieanbietern. Ein strategischer Schachzug, der die Zukunft der spanischen Armee maßgeblich prägen wird.

Die spanische Regierung hat sich in den letzten Jahren verstärkt auf die Förderung der heimischen Verteidigungsindustrie konzentriert. Dieser Auftrag ist ein deutliches Zeichen für den Erfolg dieser Politik. Die Technologie-Übertragung ist dabei zentral, um langfristig eine unabhängige Wertschöpfungskette aufzubauen. Es ist ein komplexes Unterfangen, aber die langfristigen Vorteile für die nationale Sicherheit sind immens.

Die Investition in diese neue Technologie ist ein klarer Ausdruck der Prioritäten der spanischen Regierung. Es ist ein Signal an die Industrie und an die Bevölkerung: Spanien setzt auf eigene Stärke und technologische Innovation. Dieser Auftrag ist ein Beweis dafür, dass dies gelingt.