Amazon stoppt perplexity-ki-shopping-bot – rechtsstreit eskaliert
Ein richterlicher Bescheid zwingt Perplexity AI, seinen Browser-Agenten Comet vorerst nicht mehr für Einkäufe auf amazon zu nutzen. Die Entscheidung ist ein Schlag ins Gesicht für den aufstrebenden KI-Anbieter und ein Sieg für den Online-Riesen.

Amazon warnt vor unbefugtem zugriff
amazon hatte bereits im November Klage gegen Perplexity eingereicht, weil der KI-Agent Comet ohne Zustimmung der Nutzer Käufe tätigte. Die Staatsanwältin Maxine Chesney im US-Bundesgericht San Francisco bestätigte den vorläufigen Haftbefehl am Montag. Perplexity habe durch Comet unbefugten Zugriff auf die Konten von amazon Prime-Mitgliedern erlangt, so die Richterin.
Der Bescheid verpflichtet Perplexity, den Zugriff auf geschützte Bereiche von amazon zu unterbinden und Daten zu vernichten. Die Klage wirft der KI-Plattform vor, gegen geltendes Recht zu verstoßen, indem sie ohne explizite Erlaubnis von Nutzern Einkäufe tätigt. Die Rechtsstreitigkeiten werfen zudem Fragen nach der Regulierung von KI-Agenten auf.
amazon kommentierte die Entscheidung mit einem Hinweis auf die Notwendigkeit einer sicheren Einkaufsumgebung für seine Kunden. „Wir erwarten, unseren Fall vor Gericht weiter zu verfolgen“, hieß es in einer Pressemitteilung.
Die Verurteilung könnte weitreichende Konsequenzen für den Markt der digitalen Werbung haben. Retailer und Marken zahlen hohe Summen, um in den Suchergebnissen von Google und Amazon sowie auf sozialen Medien prominent platziert zu werden. Amazon generierte im Jahr 2025 bereits 68,6 Milliarden Dollar mit Werbeeinnahmen – ein Markt, der von einer weitverbreiteten Nutzung von KI-Shopping-Bots stark beeinflusst werden könnte.
Jeff Bezos, der Gründer von Amazon, hatte in Perplexity investiert, das zuletzt eine Bewertung von 20 Milliarden Dollar erreichte. Das Unternehmen strebt eine grundlegende Veränderung der Web-Suche und anderer Online-Aufgaben durch KI-gestützte Werkzeuge an. Doch diese Ambitionen stoßen nun auf juristische Widerstände.
Die vorläufige Anordnung gilt für eine Woche, während Perplexity Berufung einlegen kann. Es ist ein deutliches Zeichen, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz von KI in komplexen Online-Aktivitäten noch weitgehend unklar sind. Die Frage, wie KI-Agenten in Zukunft mit Nutzerdaten umgehen dürfen, wird die nächste juristische Auseinandersetzung.
Die Entscheidung unterstreicht, dass die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz nicht nur technologische, sondern auch rechtliche Herausforderungen mit sich bringt. Die digitale Zukunft wird rechtlich definiert.